|
Steckbrief des Deutschen Anglerverbandes (DAV)
Der Deutsche Anglerverband e.V. ist ist aus der gleichnamigen Organisation
der ehemaligen DDR als Rechtsnachfolger hervorgegangen. Er ist ein Dachverband
für Angler in Deutschland. In ihm sind die Landesanglerverbände des DAV
organisiert. Dabei gibt es je Bundesland einen Landesverband.
Neben dem DAV gibt es noch den Verband Deutscher Sportfischer e.V. (VDSF) als
Dachverband der Angler. Im VDSF sind vor allem viele Angler aus den alten
Bundesländern organisiert.
Der Deutsche Anglerverband e.V. hat eine Ehrenkodex
entwickelt, der für alle Mitglieder des DAV als Richtschnur gilt. Diesen möchten
wir Ihnen im Folgenden vorstellen.
Ehrenkodex für Mitglieder des DAV
Angeln hat sich historisch aus dem Fischfang als notwendige Tätigkeit zum
Lebensunterhalt entwickelt. Angeln (Freizeitfischerei) beginnt dort, wo die
Notwendigkeit des Fischfangs zum ausschließlichen Lebensunterhalt
(Berufsfischerei) nicht mehr gegeben ist, wo sich die Freizeit- von der
Berufsfischerei trennt, verselbständigt und Fische in der Freizeit zur
persönlichen Verwendung gefangen werden.
Angeln stellt uraltes Gemeingut der Menschheit dar und ist zugleich
kulturelle Tradition, die gepflegt und weiterentwickelt werden muss.
-
dass in unserer zunehmend technisierten Welt der Natur- und Umweltschutz,
darin eingeschlossen die Erhaltung, Pflege und Bewirtschaftung der Gewässer,
und somit das Angeln objektiv und das subjektive Verhalten jedes Anglers eine
immer größere Bedeutung gewinnen;
-
dass Angeln mehr ist als Fische aus dem Wasser zu ziehen;
-
dass Angeln in der Öffentlichkeit stattfindet und entsprechend dem
positiven oder negativen Verhalten jedes einzelnen Anglers auf die gesamte
Anglerschaft geschlossen wird;
-
dass davon wiederum Achtung und Akzeptanz der Gesellschaft gegenüber dem
Angeln und den Anglern entscheidend beeinflusst werden,
erklären die im Deutschen Anglerverband e.V. (DAV) organisierten
Anglerinnen und Angler, dass sie den nachstehenden Ehrenkodex zur Richtschnur
bei der Ausübung des Angelns machen:
Angeln schließt die Nutzung und aktive Gestaltung der Natur zur Erholung
und zum Wohle des Menschen ein. Angler betrachten deshalb den Fischfang als
Chance zur körperlichen Betätigung im Einklang mit der Natur. Was sie der
Natur in diesem Sinne entnehmen, geben sie ihr auch mit Freude und
Verantwortung durch Hege der Fischbestände und Pflege der Gewässer und Ufer
zurück, wobei sie sich auf ihre Erfahrungen und auf neueste wissenschaftliche
Erkenntnisse stützen.
Angeln ist eingebettet in gesellschaftliche Rahmenbedingungen, die einen
Kompromiss aus konkurrierenden rechtlichen, wirtschaftlichen, sozialen,
ökologischen, kulturellen u.a. Interessen darstellen. Angler sind deshalb
einerseits entschlossen, ihre Interessen durchzusetzen, andererseits aber
kompromissbereit und suchen in der Zusammenarbeit mit anderen
Interessenvertretern nach Lösungswegen, die der Erhaltung der Natur und dem
Menschen gerecht werden.
Angler können dank ihrer Kompetenz (u.a. belegt durch einen
Sachkundenachweis) im Umgang mit den ihnen vertrauten Biotopen ihre
Mitmenschen, besonders Kinder und Jugendliche, zum Verständnis und zur Achtung
der Natur hinführen. Sie beweisen, dass man die Natur für eigene Bedürfnisse
nutzen kann, sie aber zugleich erhalten und pflegen muss.
Damit zeigen sie Kindern und Jugendlichen einen Weg zur aktiven
Freizeitgestaltung abseits von "Straße" und Drogen auf.
Angler sind Anwalt der Natur. Sie bzw. die Vereine und Verbände setzen sich
überall für einen sinnvollen Umwelt-, Landschafts-, Gewässer- und Tierschutz
ein und unterstützen entsprechende praktische Initiativen.
Gleichermaßen wenden sie sich gegen jeglichen rücksichtslosen Umgang mit und
in der Natur (das gilt auch für Mitglieder aus den eigenen Reihen) und gegen
das Schwarzangeln bzw. gegen die Fischwilderei.
Für Angler sind die Fische nicht Freiwild, sondern Teil der Schöpfung wie
der Mensch auch, die mit Respekt und Achtung zu behandeln sind. Das gilt
gleichermaßen für alle übrigen Tier- und Pflanzenarten aquatischer
Lebensräume.
Das Angeln ist eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, die deshalb zum fairen
und schonenden Umgang mit den Fischen verpflichtet. Das schließt einen
Wettkampf zwischen Mensch und Tier aus. Weidgerechtes Angeln, die strikte
Einhaltung aller gesetzlichen Bestimmungen sowie deren Kontrolle sind daher
oberstes Gebot. Nur unter diesen Bedingungen kann und darf es einen Vergleich
der Angler untereinander geben.
Die Faszination des Angelns liegt u.a. darin, ob der Mensch den Fisch in
dessen natürlicher Umgebung zu überlisten imstande ist. Insofern ist Angeln
ein Ausdruck menschlicher Kreativität.
Der Reiz des Angelns liegt weiterhin im Erfahren der Natur, ihrer Schönheit
und Einmaligkeit. Vielfach sind wir Menschen diesem Erleben schon weitgehend
entfremdet. Dies alles motiviert den Angler, die Natur mit seinen
Möglichkeiten zu hegen und zu pflegen. Die Anziehungskraft des Angelns liegt
ebenso im Erleben der Gemeinschaft, sei es im Rahmen der Familie, sei es mit
anderen Anglern oder beim gemeinsamen Austausch von Kenntnissen, Erfahrungen
und Erlebnissen.
Angeln ist aber auch Sport. Beim so genannten Casting oder Turnierangeln
kämpfen gleichberechtigte Sportler mit- bzw. gegeneinander. Dies ist zugleich
eine wertvolle Vorbereitung auf das Angeln.
Aktive Mitgestaltung in den Vereinen und Verbänden des DAV ist zugleich
nützliche Tätigkeit für das Gemeinwohl durch Bewahrung und Entwicklung
regionaler Traditionen, Ausprägung von Heimatgefühl, Erhaltung und Schaffung
gesunder Lebensräume zum Wohle der heutigen und für künftige Generationen.
Angeln hat somit eine wichtige ethisch-kulturelle Funktion gerade in einem so
hoch industrialisierten Land wie Deutschland. Organisiertes Angeln hat
zugleich eine wichtige soziale und wirtschaftliche Funktion. Es bietet auch
den sozial Schwachen die Möglichkeit, einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung
nachzugehen. Es schafft Arbeitsplätze sowie materielle Werte für den
Tourismus, durch die Erhaltung gesunder Lebensräume (z.B. auch durch
Fischzucht und Fischbesetzung) und durch den Kauf von Angelausrüstungen.
Die Mitarbeit im DAV bietet eine wichtige Chance zur Bewahrung und
Entwicklung einer basisdemokratischen Kultur sowie spezifischer Erfahrungen.
Hier zählt noch das Wort jedes einzelnen Mitglieds. Das solidarische
Miteinander aller Vereine und Verbände im DAV trägt wesentlich dazu bei,
voneinander zu lernen, einander zu respektieren und so die innere Einheit
Deutschlands voranzubringen.
Angler entwickeln untereinander ein starkes Solidaritätsgefühl. Sie helfen
sich gegenseitig. Innerverbandliche Konkurrenz ist mit dem Charakter und den
Zielen des DAV bzw. dem Selbstverständnis der Angler unvereinbar. Wer im DAV
organisiert ist, ist nie allein. Der DAV ist offen für jeden Angler. Er bietet
für alle eine Heimat, die im Sinne dieses Kodex das Angeln ausüben. Wer dies
nicht möchte oder dagegen verstößt, schließt sich selbst aus der Gemeinschaft
des DAV aus.
|